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TU Berlin

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Die „Höllerer-Vorlesung“

Mit der jährlichen „Höllerer-Vorlesung“ erinnert unsere Freundesgesellschaft an den TU-Germanistik-Professor Walter Höllerer, dessen Anliegen es war, eine kreative Verbindung zwischen den Geistes- und den Technikwissenschaften herzustellen.

Höllerer-Vorlesung 2018

Prof. Dr. rer. nat. Christian Thomsen verleiht Prof. Dr. phil. Norbert Miller die Ehrenmitgliedschaft der TU Berlin (v. l.)
Lupe

„Zukunftsweisend“ kommt die diesjährige Höllerer-Vorlesung daher, zu der die Gesellschaft von Freunden der TU Berlin e. V. Anfang Juli 2018 einlädt, in diesem Jahr gehalten von dem renommierten ehemaligen TU-Literaturprofessor Norbert Miller: Utopia, der Traum vom idealen Staatswesen des Thomas Morus aus dem Jahr 1517, das „Nirgendwo“ des Idealstaates, übertrug sich als Begriff schon bald auf philosophische Zukunftsmodelle, auf Zukunftsvisionen aller Art. Das technik- und fortschrittsbegeisterte 19. und 20. Jahrhundert wendete diesen Begriff dann auf den Zukunftsroman an, den utopischen Roman, eine Erzählgattung, die sich erst zögerlich entwickelte und dann weltweit expandierte. Bis heute ist der utopische Roman eine der am meisten verbreiteten Gattungen. „Sie dient der nie endenden Neugier auf ferne Lebenswelten“, sagt Norbert Miller. Am Institut Walter Höllerers, der danach strebte, eine kreative Verbindung zwischen den Geistes- und den Technikwissenschaften herzustellen, wurden die visionären Entwürfe und Modelle in Literatur, Kunst und Architektur lebhaft diskutiert. Norbert Miller, der ehemalige Assistent Walter Höllerers, spürt diesen in seinem Vortrag nach. Zum Beispiel wird er über Alfred Döblin, Stanislaw Lem und Thomas Pynchon reden, die, so Miller, auf höchst unterschiedliche Weise den kritischen Dialog über Utopia und die Vorwegnahme der Zukunft durch die Literatur weiterführten.

Es gibt zur Veranstaltung einen Audio-Mitschnitt zum Herunterladen.

Höllerer-Vorlesung 2017

Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Raulff, seit 2004 Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach, hielt im Juli 2017 die Höllerer-Vorlesung mit dem Titel „Die Sprache der Vögel im technischen Zeitalter“.

„Unter allen menschlichen Kunstübungen ist es die Musik, in der seit alters her die Vögel das meiste Sagen haben, oder vielmehr das Singen“ sagt er und zeigt, wie das „fliegende Musiktheater“ nicht nur Musiker, sondern auch Schriftsteller und Dichter begeistert hat. „Aber die Vögel sind nicht nur der Musik nahe, sondern auch dem Himmel, dem Licht und der Nacht.“ Daraus ergeben sich theologische Implikationen für die Ornithologie und mythologische für die Musikwissenschaft in einem spannenden Bogen bis hin zu „gezwitscherten“ Sprachformen im technischen Zeitalter.

Nike Wagner

„…scheint mir das Ende von Beethoven zu bedeuten.“ Bemerkungen zum Musikbetrieb“ lautete der Titel des Vortrags, den Nike Wagner im Rahmen der Höllerer-Vorlseung 2016 an der TU Berlin gehalten hat. In der Ankündigung des Vortrags hieß es: Beethoven darf als Inbegriff „klassischer" Musik gelten. Seine Instrumentalmusik ist gleichsam klingendes Welterbe. Die „Ode an die Freude“ aus dem Finalsatz seiner Neunten Sinfonie hat nicht nur Schlagerstatus erreicht („Ode to joy“), sondern wird auch, als Hymne der Europäischen Union, bei allen möglichen Gelegenheiten mobilisiert, wenn es gilt, demokratische Wehrhaftigkeit zu zeigen. Wie könnte also der von musikästhetischer Seite geäußerte Verdacht, mit Beethoven könne es ein Ende haben, verstanden werden? Legt der Musikbetrieb einen solchen Verdacht nahe, der doch in Beethoven einen seiner repräsentativsten Zugpferde hat? Nike Wagner stellte Überlegungen zu den komplexen Verhältnissen in unserer Musikkultur an: zu Kunst und Kommerz, zu E- und U-Musik, zu den Gegebenheiten der Gegenwart und den Wünschen an die Zukunft. Einführende Worte zu dem Vortrag von Nike Wagner hielt Prof. em. Dr. Norbert Miller, TU Berlin.

Nike Wagner, Urenkelin Richard Wagners, ist Intendantin der internationalen Beethovenfeste Bonn. Sie studierte Musik-, Theater- und Literaturwissenschaften in Berlin, Chicago, Paris und Wien, wo sie auch promovierte. Seit 1975 arbeitet Nike Wagner als freiberufliche Kulturwissenschaftlerin und wirkte an internationalen Symposien und Kolloquien mit. Als Autorin wurde sie bekannt durch ihre Arbeiten zur Kultur- und Geistesgeschichte der europäischen Jahrhundertwende, als Kritikerin und Essayistin durch ihre Auseinandersetzung mit Richard Wagner und Bayreuth. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Von 2004 bis 2013 war sie künstlerische Leiterin des „pèlerinages“-Kunstfestes Weimar.

Prof. em. Dr. Werner Dahlheim

„Der Weltenwanderer. Die lange Reise des Odysseus durch die europäische Geschichte“ lautete der Titel des Vortrags, den Prof. em. Dr. Werner Dahlheim im Rahmen der Walter-Höllerer-Vorlesung 2015 an der TU Berlin gehalten hat.

„Es rühmen die Menschen meine Klugheit und List, und mein Ruhm steigt auf zum Himmel“, lässt Homer seinen Odysseus sagen. Der Krieg war sein Schicksal, die List seine Waffe und sein Ziel war die Heimkehr. Homer geleitet ihn nach langer Irrfahrt in die Heimat, lässt ihn die Gattin und den Sohn finden und als Fürst herrschen. Die Verwandlung des Weltenwanderers in einen Hausvater, gefesselt an den heimischen Herd und auf einen sanften Tod wartend, ertrugen viele Dichter und Philosophen nach Homer nicht.

So schickte zum Beispiel Dante in der „Göttlichen Komödie“, aber auch zahllose vor und nach ihm, Odysseus noch einmal in die Ferne. Er sollte „durch alle Länder hin der Menschen Wert und Narrheit erfahren“. Zwar scheiterte dieser Odysseus, da alles wissen zu wollen, noch göttliches Gebot missachtete. Aber seine Tugenden wie seine Anmaßung kündeten von einem neuen Menschen, der das Unbekannte herausforderte.

Eine Einführung in den Vortrag wird Dr. Matthäus Heil, Honorarprofessor am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin sowie Mitarbeiter an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, geben.

Professor Dahlheim war von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2006 Professor für Alte Geschichte an der TU Berlin. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit galt der römischen Geschichte, der des frühen Christentums und der Rezeption der Antike, worüber er grundlegende Überblickswerke verfasste. Sein jüngst erschienenes Werk „Die Welt zur Zeit Jesu“ ist weniger ein Lehrbuch als ein spannendes Lesebuch und zeugt von einem großen Erzähler unter den Altertumswissenschaftlern. Insbesondere für dieses Werk erhielt er am 28. November 2015 den Golo-Mann-Preis für Geschichtsschreibung.

Daniel Kehlmann

Mit seinem Roman „Die Vermessung der Welt“, der in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde, ist Daniel Kehlmann weltberühmt geworden. Inzwischen liegen über zwölf Bücher sowie auch Theaterstücke vor, für die er mit etlichen der renommiertesten Literaturpreise wie dem „Thomas-Mann-Preis“ ausgezeichnet wurde. Daniel Kehlmann ist aber nicht nur ein vielgelesener Schriftsteller, sondern auch ein begehrter Vortragender. Mehrere Universitäten luden ihn zu Poetik-Dozenturen ein, darunter die Humboldt-Universität zu Berlin und die New York University. Theaterleuten ist seine Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2009 im Ohr, in der er sich kritisch mit dem heutigen deutschsprachigen Regietheater auseinandersetzte.

Prof. Dr. Julia Fischer

Mit dem „Ursprung der menschlichen Sprache - Was uns die Primatenforschung verrät“ hatte sich die Primatenforscherin Prof. Dr. Julia Fischer in ihrem Vortrag beschäftigt, den sie im Rahmen der Walter-Höllerer-Vorlesung 2013 an der TU Berlin gehalten hat. Die Verhaltensforscherin Julia Fischer beschäftigt sich mit der Evolution von Sozialverhalten, Intelligenz und Kommunikation bei Primaten. Sie untersucht, ob Intelligenz und kommunikative Fähigkeiten in einem engen Zusammenhang stehen. Auf anschauliche Weise verbindet sie mit ihren Forschungen die Natur- mit den Geisteswissenschaften.

Prof. Dr. Julia Fischer studierte Biologie in Berlin und Glasgow. 1996 wurde sie an der FU Berlin promoviert. Während ihres Postdoktorats an der University of Pennsylvania erforschte sie frei lebende Paviane in Botswana. Am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig habilitierte sie 2004 und erhielt einen Ruf an die Universität Göttingen und das Deutsche Primatenzentrum. Dort leitet sie die Abteilung Kognitive Ethologie, der die Feldstation Simenti im Senegal angegliedert ist. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Evolution von Sozialverhalten, Intelligenz und Kommunikation.

Dr. Joachim Sartorius

Der langjährige Leiter der Berliner Festspiele, Dr. Joachim Sartorius, hielt im Jahr 2012 vor großem Publikum den Festvortag „Poesie im Sinkflug? Lyrisches Sprechen im audiovisuellen Zeitalter“ zur aktuellen Frage, welche Bedeutung poetische Genres heute noch haben. Ins literarische Thema führte der renommierte TU-Professor Dr. Norbert Miller ein, mit Joachim Sartorius  Herausgeber einer der bedeutendsten deutschen Literaturzeitschriften, der Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“, die vor 50 Jahren von Walter Höllerer gegründet wurde. Die Zeitschrift widmet sich auch dem Thema, wie die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien alle Bereiche des Lebens, so auch die Sprache, prägen.

Prof. Dr. Wolf Singer

Im Jahr 2011 begeisterte der weltweit bedeutende Neurowissenschaftler Prof. Dr. Wolf Singer ein großes Publikum mit seinem Vortrag über ein Thema, das sich dem Konflikt zwischen Intuition und den Ergebnissen der Neurobiologie widmete.

F.C. Delius

Anlässlich des 100. Geburtstages von Konrade Zuse im Juni 2010 trug der Schriftsteller F.C. Delius, Schüler von Walter Höllerer und Alumnus der TU Berlin, im Technikmuseum aus seinem aktuellen Zuse-Buch „Die Frau, für die ich den Computer erfand“, vor.

Veranstaltungsrückblicke

2016

2015

Datum
Titel
Fotos
Video/Audio
10. Dezember 2015
Walter-Höllerer-Vorlesung 2015
„Der Weltenwanderer. Die lange Reise des Odysseus durch die europäische Geschichte“
Fotos
MP3-Mitschnitt

2010

Datum
Titel
Fotos
Audio/Video
22. Juni 2010
"Konrad Zuse – Gedanken zum Rechnen", Prof. Dr. Bernd Mahr, TU Berlin
"Die Frau, für die ich den Computer erfand", F. C. Delius liest aus seinem Zuse-Roman
3. Höllerer-Vorlesung

2008

Datum
Titel
Fotos
Audio/Video
26. Juni 2008
"Die Fragilität der Originale. Über die Kunst des Anfangs"
Prof. Dr. Gottfried Boehm hält die zweite Walter Höllerer-Vorlesung an der TU Berlin

2007

Datum
Titel
Fotos
Audio/Video
12. Juli 2007
"Glück im Kosmos. Glück in der Literatur"
Peter von Matt hält die erste Walter Höllerer-Vorlesung an der TU Berlin

 

 

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