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TU Berlin

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Das verkannte Erbe

Das Fachgebiet Denkmalpflege widmet der architektonischen Nachkriegsmoderne eine Tagung

Die architektonische Nachkriegsmoderne ist gefährdet: Die Gebäude und Freiraumstrukturen, die nach 1945 entstanden sind, stehen häufig nicht nur unter wirtschaftlichem und umwelttechnischem Druck. Sie sind zudem bei der breiten Öffentlichkeit eher unbeliebt. In der Fachwelt jedoch
keimt seit den 90er-Jahren ein großes Interesse an diesem architektonischen Erbe. Immer mehr Landschaftsarchitekten, Kunsthistoriker, Stadtplaner und Denkmalpfleger rücken die Betonschalenbauten, Bungalows und Großwohnsiedlungen in das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. So haben sich Mitte Juli auch etwa 30 junge europäische Wissenschaftler an der TU Berlin getroffen, um über die Forschungstendenzen der Nachkriegsarchitektur zu diskutieren. Die Gesellschaft von Freunden hat die Tagung „45+ Post-War Architecture in Europe“ finanziell unterstützt, die vom Fachgebiet Denkmalpflege, Institut für Stadt- und Regionalplanung, in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt, Fachbereich Architektur, organisiert wurde.

Bei diesem Treffen behandelten die Forscher nicht nur einzelne Objekte wie den Trellick Tower in London oder Architekten wie Otto Bartning. Sie betteten die Werke zugleich in einen weiter gefassten zeitlichen und thematischen Kontext ein. So gingen die Wissenschaftler beispielsweise auf die Architektur in verschiedenen autoritären Regimen wie der DDR oder Spanien unter Franco ein.

Bewusst hatte man die Tagung nicht nach geografischen Gesichtspunkten gegliedert, sondern nach Themen wie Urban Design, Rezeptionsgeschichte oder Wohnkonzepte. Dabei beleuchteten die Forscher das Thema von den unterschiedlichsten Seiten: Es wurden aktuelle Projekte wie die präfabrizierte Bauweise in Neu-Belgrad genauso unter die Lupe genommen wie der Kollektivplan zum Wiederaufbau Berlins oder die Umgestaltung der Tagebaulandschaften in der Lausitz.

Da bauliche Informationen zu Objekten dieser Zeit nur schwer zugänglich sind, sind die Forscher auf einen guten fachübergreifenden, transnationalen Austausch angewiesen. Am letzten Tag ging es daher darum, ein Netzwerk zu etablieren, das sich als Schnittstelle verschiedener Initiativen und als Kommunikationsplattform versteht. Eine weitere Tagung des „Network 45+“ ist in Planung – um den Wert unseres gefährdeten Erbes zu vermitteln.

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Kontakt

Vera Tosovic-Lüdtke
Geschäftsstelle der
Gesellschaft von Freunden
Raum H 1044, Sekr. H 06
Telefon (030) 314-2 37 58
Telefax (030) 314-7 94 73

Mo.-Fr. 9.00-15.00 Uhr

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