direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

"Here are the Champions"

Kommentar von Prof. Dr.-Ing. Bernd Hillemeier zur Verleihung des Preises für vorbildliche Lehre an Prof. Dr. Uwe Nestmann

Die Gesellschaft von Freunden der TU Berlin verleiht am 28. Oktober 2010 zum ersten Mal den mit 4000 Euro dotierten Preis für vorbildliche Lehre. Ziel der Preisvergabe ist, den Stellenwert der Lehre zu erhöhen und durch die Förderung neuer Ideen und Erfolge frischen Wind in die Lehre zu bringen. Erster Preisträger ist der Informatikprofessor Dr. Uwe Nestmann. Seine Vorlesung "Theoretische Grundlagen der Informatik 2" erhielt die größte Wertschätzung. Die "Freunde" erweiterten den Preis um einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis, den der Wissenschaftler Dr. Stefan Fricke für seine Vorlesung "Künstliche Intelligenz - Grundlagen und Anwendungen" erhält. Stefan Fricke hielt diese Vorlesung bei Prof. Sahin Albayrak  am Fachgebiet Agenten Technologien in betrieblichen Anwendungen und der Telekommunikation.

Die Studierenden der TU Berlin wählten seit langem einmal im Jahr den Professor mit der besten Vorlesung zum "Champion der Lehre". Sie waren aufgefordert, die beste Veranstaltung in erster Linie nach ihrem "Gefühl" auszuwählen. Die "Evaluitis", die nach Jürgen Mittelstraß ausgebrochen ist, dient seiner Meinung nach weniger der tatsächlichen Qualitätsbeurteilung als vielmehr Gesichtspunkten der Legitimation. Wissenschaftliches Mittelmaß sei gar nicht schlimm und auch seine Evaluation unnötig, da es für die Entwicklung von wissenschaftlicher Exzellenz quasi als Bodensatz notwendig sei. Andere plädieren dafür, dass eine subventionierte Wissenschaft gegenüber dem Steuerzahler rechenschaftspflichtig sei.

Eine gute Vorlesung ist ein hochwertiges Produkt für anspruchsvolle Kunden. Wer wollte da nicht zustimmen? Der gute Professor ist durch seine wissenschaftlichen Forschungsbeiträge ausgewiesen. Er überzeugt zudem durch die inhaltliche Struktur und Aktualität seines Lehrstoffs. Seine Didaktik und Methodik sind seinem Auditorium angepasst. Mit Engagement und  Lust bewältigt er seine Lehraufgaben und interagiert mit seinen Studenten. Mit guter Rhetorik, unter Umständen auch mit Charisma, bindet er seine Studenten in spannende Lehrprozesse ein.

Hochschullehrerinnen und -lehrer, die die beschriebenen Fähigkeiten in besonderem Maße gezeigt haben, zeichnen die "Freunde" nun jedes Jahr aus. Beschlossen hat das der Vorstand im April 2009, der Verwaltungsrat bestätigte das Vorhaben. Der Preis bezieht sich zunächst auf besonders vorbildliche Lehrveranstaltungen im Bachelor - oder Grundstudium. Er wird fakultätsweise nach folgendem Verfahren vergeben: Die Fakultäten bewerben sich mit ihren Lehrevaluationen, ausgewählt wird die vorbildlichste Lehrevaluation. Dieses Mal fiel die Wahl auf die Fakultät IV, Elektrotechnik und Informatik. Die Fakultät sollte jährlich wechseln. Zur Jury gehören der Vizepräsident für Lehre, der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft von Freunden, der Dekan der ausgewählten Fakultät, drei Studierende im Master- oder Hauptstudium und zwei Promovenden, die mit den Studiengängen vertraut sind und von ihrer Fakultät benannt werden.

Die Projektgruppe Qualitätsmanagementsystem für Lehre und Studium der TUB wertet die Evaluationsbögen aus und ermittelt die drei besten Lehrveranstaltungen. Die drei nominierten Veranstaltungen werden dann den Studierenden im Bachelor - oder Grundstudium der entsprechenden Fakultät zur Auswahl vorgeschlagen. Studierende können während des Vorgangs noch andere Lehrveranstaltungen nennen, die sie für hervorragend halten, was sie aber standardisiert begründen müssen. Die Jury zeichnet schließlich den Preisträger mit seinen Mitarbeitern für die ausgewählte Lehrveranstaltung aus, über die Verwendung der Mittel ist der Preisträger berechtigt, selbst zu entscheiden.

Am Tag der Lehre, an dem die TUB ihre Erstsemester begrüßt, verleiht der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin den Preis für vorbildliche Lehre an die diesjährigen Preisträger Uwe Nestmann und Stefan Fricke. Die Studierenden ehrt außerordentlich, dass sie mit der Vorlesung von Uwe Nestmann eine Lehrveranstaltung gewählt haben, die sie selbst als schwierig und besonders anspruchsvoll einstuften.

Die Fakultäten sind wieder aufgefordert, sich mit ihren Lehrveranstaltungen des zurückliegenden Sommersemesters und des soeben begonnenen Wintersemesters für die nächste Preisvergabe zu bewerben.

Eine Vorlesung ist etwas sehr Persönliches. Der Lehrende lernt durch die Vorlesung, besonders durch seine Vorbereitung und durch die Wirkung, die er erzeugt. Der Impuls der Bewertung kann Interesse und Freude, aber auch Angst und Druck oder Teilnahmslosigkeit bei den Professoren wecken. Ein guter Unilehrer hat Freude daran, seinen Stoff zu vermitteln und stellt sich den erwarteten Qualitätskriterien, bisweilen auch denen der Unterhaltsamkeit. Geschichten und Mätzchen erhöhen dabei nicht den Wert und die Glaubwürdigkeit. Zum hohen Ziel, die Studierenden das Lernen zu lehren, möchten die Freunde der Technischen Universität jedes Jahr ihren Beitrag mit dem Preis für vorbildliche Lehre leisten.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe